Unsere Gesellschaft braucht die Jugend – ihre Ideen, ihr Engagement und ihre Potenziale. Und Jugendliche brauchen in dieser entscheidenden Zeit ihres Lebens die Unterstützung und Anerkennung der Gesellschaft. Nur mit den richtigen Rahmenbedingungen können sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten und mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Politik und Gesellschaft stehen in der Verantwortung, die Herausforderungen und Bedürfnisse von Jugendlichen in Deutschland stärker in den Fokus der Debatten zu rücken. Die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik ist ein Prozess, der darauf abzielt, Jugendpolitik in Deutschland als ein erkennbares Politikfeld mit einem eigenen Selbstverständnis zu verankern. Daran sollen junge Menschen und möglichst viele Akteure aus Politik und anderen gesellschaftlichen Bereichen mitwirken.

„Eigenständig“ meint dabei nicht den Rückzug der Jugendpolitik auf ein Kerngeschäft oder etwa die Entlassung anderer Ressorts aus ihrer Verantwortung. „Eigenständig“ meint vielmehr die Sichtweise auf die Lebensphase Jugend. Wir wollen, dass Jugend – politisch gesehen – nicht länger in Einzelabschnitte und Ressortzuständigkeiten unterteilt wird. Das Zentrum Eigenständige Jugendpolitik setzte sich dafür ein, dass dieser entscheidende Lebensabschnitt als Ganzes und damit auch in seiner ganzen Bedeutung wahrgenommen werden kann.

Jugend ist eine Lebensphase, die immer zeitiger beginnt, die häufig später endet und die schon lange nicht mehr „typisch“ verläuft. Außerdem ist Jugend viel mehr als der Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein. Jugend heißt Innovation und ist von großer gesellschaftlicher Bedeutung – sowohl in der Gegenwart als auch mit Blick auf die Zukunft. Das Zentrum Eigenständige Jugendpolitik wollte, dass dieser Tatsache die nötige Aufmerksamkeit von Politik und Gesellschaft zuteil wird.

Das „Zentrum für die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik und den Aufbau einer Allianz für Jugend“ (kurz: „Zentrum Eigenständige Jugendpolitik“) wurde eingerichtet, um relevante Fragestellungen zu bündeln und einen gesellschaftlichen Dialogprozess über Jugendpolitik anzustoßen und auszugestalten. Aus diesem Prozess entstanden bis Sommer 2014 breit abgestimmte Leitlinien, Forderungen und Empfehlungen für eine Eigenständige Jugendpolitik.

Kernstück des dialogischen Prozesses waren insgesamt neun Fachforen, die sich inhaltlich mit den drei Anwendungsfeldern „Schule und außerschulische Lern- und Bildungsorte“, „Beteiligungschancen und -anlässe im politischen und öffentlichen Raum“ und „Übergangsgestaltung von der Schule in die Arbeitswelt“ auseinandersetzten. Begleitet wurde der langfristige Dialog durch weitere Formate und Instrumente, etwa Expertengespräche, Modellprojekte und Expertisen. Zugleich wurden Brücken zwischen anderen politischen Prozessen und der Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik geschlagen. Das gilt insbesondere für den NAP-Prozess („Nationaler Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010“) und die Umsetzung der „EU-Jugendstrategie 2010-2018“.

Das „Zentrum Eigenständige Jugendpolitik“ setzte sich zusammen aus einer Steuerungsgruppe und einer Geschäftsstelle. Mit Abschluss der Dialogphase löste sich das Zentrum Eigenständige Jugendpolitik auf. Seit Dezember 2014 widmet sich die neu eingerichtete Koordinierungsstelle "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" u. a. dem Transfer der Ergebnisse des Dialogprozesses auf die kommunale Ebene. Mehr Informationen zu den Aufgaben der Koordinierungsstelle finden Sie hier.

Selbstdarstellung des „Zentrums Eigenständige Jugendpolitik“ (Download)

Broschüre zur Zwischenbilanz des „Zentrums Eigenständige Jugendpolitik“ (Download)

Link zu www.jugendgerecht.de

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